Promega und BASF entwickeln Alternativmethode zur Erkennung allergieauslösender Substanzen

2013-04-11 P-13-217
  • REACH erfordert Tests auf hautsensibilisierende Wirkung
  • Tierversuche für Kosmetikrohstoffe seit März in der EU vollständig verboten

 

Die Promega und BASF haben gemeinsam eine Alternativmethode zu Tierversuchen entwickelt, die das Allergiepotenzial von Substanzen zuverlässig anzeigen kann. Mit einer neu entwickelten Zelllinie kann die Reaktion von Hautzellen auf allergieauslösende Stoffe jetzt im Reagenzglas nachgewiesen werden.

Bei einer allergischen Hautreaktion laufen verschiedene biochemische Vorgänge ab. Dazu zählt die Bindung einer Substanz an ein hauteigenes Protein sowie eine dadurch ausgelöste Stressreaktion. Beides sind frühe und zuverlässige Indikatoren für ein mögliches Allergiepotenzial der Testsubstanz. Bei der neu entwickelten Zelllinie haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums der RWTH Aachen ein Reportergenkonstrukt von Promega so modifiziert, dass Stressreaktionen an ein Lichtsignal gekoppelt werden. Dieses Genkonstrukt wurde dann stabil in eine humane Hautzelllinie eingebaut. Dr. Katarina Bohm, Marketing-Managerin bei Promega: „Unsere Luciferase-Vektoren übersetzen zelluläre Veränderungen in ein lumineszentes Signal. So lassen sich Stressreaktionen in Hautzellen einfach mit unseren Luciferase-Assay-Systemen nachweisen.“ Bei der BASF wurde die neue Zelllinie umfangreich getestet und eine standardisierte Methode entwickelt, mit der das Allergiepotenzial einer Substanz zuverlässig geprüft werden kann. 

Bisher musste die hautsensibilisierende Wirkung von Substanzen mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt werden. „Kombinieren wir die neue Methode mit zwei weiteren Alternativmethoden zur Untersuchung der Hautsensibilisierung können wir nicht nur die Zahl der Tierversuche deutlich verringern, sondern ein mögliches Allergierisiko auch zuverlässiger als bisher voraussagen“, erklärt Dr. Robert Landsiedel, Forschungsgruppenleiter Kurzzeit-Toxikologie bei der BASF. Die Entwicklung der Methode zum jetzigen Zeitpunkt ist besonders wichtig, da nach der REACH-Verordnung bis 2018 einige tausend Stoffe auf ihre hautsensibilisierende Wirkung geprüft werden müssen. Zudem sind Tierversuche seit März 2013 bei der Entwicklung von kosmetischen Rohstoffen für den europäischen Markt vollständig verboten.

Die Alternativmethode wurde der Europäischen Kommission (European Center for the Validation of Alternative Methods, ECVAM) vorgelegt. Hier wird geprüft, ob sie als Standardmethode für die Sicherheitsforschung in Europa anerkannt werden kann.

 

Über Promega

Promega zählt mit über 1.200 Mitarbeitern zu den großen weltweit tätigen Life Science Research-Unternehmen. Das 1978 in Madison, WI, USA gegründete, konzernunabhängige Unternehmen stellt Produkte und Systemlösungen für die Gen-, Protein- und Zellanalyse her. Mit diesen lassen sich komplexe biologische Systeme einfach erforschen. Kunden von Promega sind Forschungsinstitute und -zentren, Universitäten, pharmazeutisch und biotechnologisch forschende Unternehmen, Dienstleistungslabors und Behörden. Sie setzen Promega-Produkte in der Grundlagenforschung, bei der Medikamentenentwicklung, molekularen Diagnostik und Identifizierung des menschlichen Erbguts ein. Promega-Produkte können weltweit über 15 Vertriebsfilialen und über 50 Distributoren bezogen bzw. über die Promega Website bestellt werden. Mit dem jährlichen Wettbewerb „Hauptsache Biologie“ für Journalisten und Wissenschaftler fördert Promega die Qualität der Öffentlichkeitsinformation durch regionale Medien. Seit 1997 ist die Promega GmbH als Tochtergesellschaft der Promega Corp. in Mannheim präsent und ist mit mehr als 70 Mitarbeitern für den Vertrieb der Produkte des Promega-Konzerns in Deutschland, Österreich und Osteuropa zuständig. Mehr Informationen: www.promega.com .

 

Über BASF

BASF ist das weltweit führende Chemieunternehmen: The Chemical Company. Das Portfolio reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzen­schutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung. Mit Forschung und Innovation helfen wir unseren Kunden in nahezu allen Branchen, heute und in Zukunft die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Unsere Produkte und Lösungen tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen, Ernährung zu sichern und die Lebensqualität zu verbessern. Den Beitrag der BASF haben wir in unserem Unternehmenszweck zusammengefasst: We create chemistry for a sustainable future. Die BASF erzielte 2012 einen Umsatz von 72,1 Milliarden € und beschäftigte am Jahresende mehr als 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und Zürich (AN). Weitere Informationen zur BASF im Internet unter www.basf.com .


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